12von12 April 2017 - Regen, Regen und viel Schreibtischarbeit

12von12 April 2017 – Regen, Regen und viel Schreibtischarbeit

Dies war optisch gesehen ein sehr unergiebiger Tag. Es hat von morgens bis abends geregnet und ich habe fast nur am Schreibtisch (genau genommen am Esstisch) gesessen.

Ich habe sehr schlecht geschlafen. Das liegt daran, dass ich in den Wechseljahren bin und nachts ein paar mal von Hitzewallungen aufgeweckt und wach gehalten worden bin. Das ist lästig, aber heute Vormittag kommt keine Klientin zu mir, so dass ich mich schon darauf freue, mich nach der Morgenschicht noch mal hinzulegen.

Ich begleite die Jüngste mit dem Fahrrad durch den Regen zum Bahnhof. Es ist richtig eklig kalt – kaum zu glauben, dass ich mir am Sonntag bei der Geburtstagsfeier eines Nachbarn fast einen Sonnenbrand geholt habe. Auf dem Rückweg bewundere ich den Frauenmantel in meinem Beet. Ich glaube, ich sollte mich mal damit befassen, wie diese Pflanze mir in meiner gegenwärtigen Situation helfen kann…

Auf dem Fahrrad ist mir die Idee gekommen, die Bücherliste, die ich auf meiner Homepage einrichten will, mit dem Partnerprogramm eines Online-Buchhändlers zu realisieren und ich setze mich kurz an das Laptop, um nach einer Alternative zu amazon zu suchen und finde auch eine. Anschließend suche ich nach Informationen zu dem Fonds für die Opfer von sexuellem Missbrauch und lege mich dann schnell noch mal für ein Nickerchen hin, bevor ich am Schreibtisch versacke.

Um 9 klingelt mein Wecker, ich mache mir Frühstück, telefoniere mit einer Klientin, die gestern bei mir war und dann mit meiner Mutter, um die Beisetzung meiner Großmutter zu planen. Nebenbei suche ich nach einem Geschenk für meine Älteste, die nächste Woche 21 Jahre alt wird. Sie hat mich zwar von ihrer Geburtstagsfeier ausgeladen, aber schenken möchte ich trotzdem etwas.

Dann widme ich mich endlich dem eigentlichen Projekt für diesen „freien“ Vormittag: Dem Ferienprogramm für mein Wohnprojekt, das ich seit 11 Jahren organisiere.

Zwischendurch kommt eine liebe Nachbarin, die Mathematiklehrerin ist, um meinem Sohn Nachhilfe zu geben. Ich verziehe mich in die Praxis und arbeite da weiter.

Die Jüngste kommt nach Hause, klitschenass geregnet und schlecht gelaunt. Während sie sich eine trockene Hose anzieht, mache ich ihr einen heißen Kakao mit einer Haube aus Milchschaum aus dem neuen Milchschäumer, dem Lieblings-Haushaltsgerät meiner Kinder.

Großalarm! In dem Hosenbein ihrer Jeans hatte offenbar eine Bienenkönigin Unterschlupf gefunden und hat meine Tochter ein bisschen ins Bein gestochen. Ich kühle den Stich und befördere ihre Hoheit behutsam zur Terrassentür hinaus in den Regen.

Das Kühlpack, der Kakao mit Milchschaum und Rudi Rüssel lassen sie den Schreck und den Schmerz schnell vergessen.

Sie spielt mit dem alten Rucksack von ihrem großen Bruder. Wir haben ihn schon mal vom Dachboden geholt und mit Ausrüstung gefüllt, denn im Herbst will sie bei den Pfadfindern anfangen. Da kann frau schon mal das richtige Packen üben.

Dann macht sie Hausaufgaben und übt Geige. Sie hat übrigens letzte Woche ihr erstes eigenes Stück komponiert. Das soll ich hier unbedingt zeigen.

Das Paket mit dem Beamer, den ich bei ebay-Kleinanzeigen gekauft habe, kommt. Ich entwickele mich gerade sehr dynamisch, da macht es Sinn, dass ich eigenes Equipment habe und nicht immer alles zusammenleihen muss. Sehr aufregend alles…

Ein anderer Nachbar kommt, um meinem Sohn Englisch-Nachhilfe zu geben.

Ich gehe ein paar Häuser weiter in das Atelier eines Nachbarn, der Grafiker ist und bespreche mit ihm das Layout für das Ferienprogramm. Wir sind nach einer halben Stunde fertig, danach plaudern wir noch eine halbe Stunde über Privates.

Als ich zurückkomme hat die Jüngste Langeweile und ich schicke sie zu meiner Mutter, die sich nach dem Tod meiner Großmutter etwas alleine fühlt. Dann schreibe ich diesen Text und nachher muss ich noch Lunghis bügeln

So, das war mein Tag in Bild und Wort. Mehr 12von12 gibt es wie immer hier.