Die Nacht

Die Kälte knackt unter meinen Füssen, sie sticht in meine Haut und schneidet in meine Lunge. Die Nacht hält den Atem an, sie ist klar und weiß, kreideweiß, schneeweiß, mondweiß. Ich gehe durch meinen Garten, die Blätter rascheln überdeutlich in dieser kathedralen Stille. Zwischen den Bäumen ist ein Durchgang, nach ein paar Schritten stehe ich auf dem Feld und der Himmel öffnet sich weit über mir.

Im Sternenlicht glitzern überreifte Halme und eisige Pfützen, die Erde ist starrgefroren. Als ich zurückschaue zu meinem Haus, sehe ich den Vollmond, gestochen scharf steht er über dem Giebel. Sein kühles Licht hüllt mich ein und ich stehe lange in dieser Einsamkeit und Stille, in dieser Klarheit und Kälte. Hier gibt es nur mich. Es gibt weder Farben noch Geräusche, weder Bewegung noch Gedanken.

In dieser Nacht gibt es nur mich, mich ganz allein.