Zum Jahreswechsel – Gute Absichten 2014

2013 war ein Jahr, in dem ich einen langen Anlauf genommen habe und dann doch nicht gesprungen bin. In dem ich mich einmal mehr hinter meinen Pflichten, meinen Männern, meinen Kindern und meinen Depressionen vor dem Leben versteckt habe. Es ist viel geblieben, wovon ich mich gerne befreit hätte. Es war ein Jahr mit viel innerer Berührung und Liebe, aber ohne Kuss, ohne Sex. Ein Jahr, in dem ich viele (neue) Menschen kennen und schätzen gelernt habe. Ein Jahr voller Aufbruch und Hoffnung, Schmerz und Abschied, Konflikt und Wut, Erkenntnis und Mut. Ein Jahr, in dem meine grossartigen Kinder wieder ein Jahr älter geworden sind. Ein Jahr, in dem meine geliebte Großmutter fast gestorben wäre und dann doch geblieben ist. Ein Jahr, das mich oft an meine Grenzen gebracht und mir viel abverlangt hat. Es war aber auch ein Jahr, in dem es mir geglückt ist, einem Teil von mir Flügel zu geben und ihn in die Welt hinaus zu schicken. So ist dieses Blog entstanden.

In Mels Testlokal bin ich auf die Blogparade „Es rappelt im Karton“ gestoßen und es soll die erste werden, an der ich mich beteilige. Es geht darum, gute Vorsätze für das neue Jahr zu fassen und die Fortschritte bei ihrer Umsetzung monatlich im Blog zu dokumentieren. Zu den Spielregeln gehört es, noch in diesem Jahr zu veröffentlichen, was man sich für 2014 vornimmt. Das werde ich mit diesem Post also nun tun. Mein wichtigster Vorsatz ist, mir nicht zu viel vorzunehmen. Daher habe ich nicht – wie vorgesehen – zwölf Ziele formuliert, sondern nur fünf, an denen ich jeden Monat arbeiten will:

Ich will mir jeden Monat Raum nehmen für

1. Etwas Schönes
Ich möchte im kommenden Jahr besser für mich sorgen. Jeden Tag aufs Neue – oder vielleicht lieber erst mal einmal die Woche? Konkret heißt das für mich, meine Lebenszeit nicht an mir vorbeistreichen zu lassen, sondern sie für die Dinge zu nutzen, die mir Freude machen. Für Besuche bei Freundinnen – auch wenn sie weiter weg wohnen, für Verabredungen und Wochenendausflüge, fürs Tanzen, für Kino, Theater, Lesungen, Konzerte, für Sport, Sauna, Spaziergänge und genussvolle Abende in der Badewanne, dafür, den Sternenhimmel zu bestaunen, die Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren und das Salz des Meerwassers.
Da ich zu Weihnachten von meiner Oma Geld geschenkt bekommen habe, nehme ich mir hier und jetzt gleich schnell vor, es für mich auszugeben, statt es in der chronisch leeren Haushaltskasse zu versenken. Ich brauche einen Schal und Handschuhe. Ich sage lieber nicht, wie alt die Exemplare sind, die ich trage, nur so viel: Ich kaufe sehr selten etwas für mich. Also: Im Januar gehe ich einkaufen!

2. Etwas für mich
Ich möchte Schritt für Schritt eine Basis dafür schaffen, mein eigenes Geld zu verdienen. Am liebsten würde ich noch mal eine Ausbildung machen. Etwas lernen, womit ich gerne und gut meinen Lebensunterhalt bestreiten und Anerkennung bekommen kann. Im Moment denke ich darüber nach, eine therapeutische Ausbildung zu machen. Und damit ich das nicht wieder aus den Augen verliere, schreibe ich das hier mit dazu.

3. Etwas Altes
Über die Jahre der Eiszeit hat sich Vieles angesammelt, das mir – nicht nur im übertragenen Sinne – die Wege verstopft: Dreck, Unkraut, Gerümpel, Papierberge, Altlasten. Das Haus, das ich mit meiner Familie bewohne, ist wunderschön. Wir haben es geplant und viel selber gemacht, es ist sehr individuell und passt zu uns. Aber nachdem wir vor acht Jahren eingezogen sind, habe ich im Kampf gegen all das, was meine stetig gewachsene Familie täglich ins Haus trägt und dort zurück lässt, wenn sie es morgens wieder verlässt, verloren, bevor überhaupt alles, was wir mitgebracht haben, seinen Platz finden konnte. Ich verstehe nichts von Feng Shui, aber durch unsere Räume zu gehen fühlt sich an, als würde ich mich durch flüssiges Blei bewegen. Das will ich ändern.

4. Etwas Neues
Ich möchte jeden Monat etwas machen, was ich noch nie gemacht habe. Die letzten (gefühlten hundert) Jahre waren so gleichförmig in ihren täglichen, wöchentlichen und monatlichen Abläufen, dass ich mich gerne dazu herausfordern möchte, neue Erlebnisse in mein Leben zu lassen. Eine genaue Vorstellung davon, was das sein könnte, habe ich noch nicht. Vielleicht ist das ein Teil der Aufgabe, die Chancen auf neue Erfahrungen dann zu ergreifen, wenn sie sich mir bieten.

5. Etwas Kreatives
Meine Kreativität ist einer der Teile von mir, die ich meistens vernachlässige. Schreiben ist kreativ, das stimmt, aber darauf möchte ich mich nicht beschränken. Ich möchte jeden Monat etwas Neues erschaffen. Ein neues Rezept ausprobieren, etwas in Haus oder Garten gestalten, etwas stricken, malen, nähen, basteln, fotografieren, ein Stück auf der Gitarre üben. Vielleicht gelingt es mir auch endlich, den Mann meiner Freundin zu überreden, dass er mir seine großartigen Fotos für mein Blog zur Verfügung stellt. Wie würde euch das gefallen?

So, das war’s. Ich ahne schon, dass ich zum Ende jeden Monats, wenn ich hier berichten muss, welche meiner Ziele ich wie verfolgt habe, in hektische Aktivitäten verfallen werde. Ich freue mich darauf!

Ich wünsche euch ein wunderbares Jahr 2014! Es ist neu und unbeschrieben, wie ein frisch gebundenes Buch mit 365 leeren Seiten, die ihr füllen könnt mit euren Wünschen und Träumen, mit riesigen Lettern und leuchtenden Farben, mit Tränen des Glücks und Spuren der Liebe. Es gehört euch!