Eiszeit I – Prolog

Ich mag es, wie die Flocken sich auf meiner Haut niederlassen. Nur ein Hauch von feuchter Kühle, leicht, leise, einfach so. Sie meinen mich gar nicht. Sie sind einfach da und ich bin auch da. Sitze in einer Mulde und wünsche mir, eins zu werden mit ihrer Selbstverständlichkeit, ihrem unangestrengten Dasein, ihrer Fraglosigkeit. Es ist so leicht, mich von ihnen einhüllen zu lassen. Lautlos umgibt mich ihr stetes Rieseln, ihre schwerelose Überzahl. Die Luft um mich wird milchig und verdichtet sich zu einer tröstlichen weissen Decke. Mein Körper ist von einer flaumigen Schicht überzogen, die meine Konturen unscharf und belanglos macht. Wenn ich hier bleibe, werde ich mich bald in nichts mehr von meiner Umgebung unterscheiden.